AfriKaleidoskop meets ARTE: Afrikas vergessene Geschichte – Wer war Jan Conny?: Diskussion
- Title
- AfriKaleidoskop meets ARTE: Afrikas vergessene Geschichte – Wer war Jan Conny?: Diskussion
- Abstract
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This video documents the public discussion following an ARTE screening hosted by the Africa Multiple Cluster of Excellence at the Kulturhaus Neuneinhalb (Bayreuth) on April 15, 2026.
The event featured Episode 1 of the ARTE documentary series “Afrikas vergessene Geschichte - Wer war Jan Conny” (Africa’s Forgotten History), presented as part of the “AfriKaleidoskop meets ARTE” screening series.
Following the screening, the discussion brought together filmmaker Ntivyihabwa Jean-Alexander and historian Dr. Cassandra Mark-Thiesen, offering insights into the film’s themes and their broader historical and societal contexts.
The conversation engages with questions of history, memory, and representation, continuing the dialogue initiated by the film within an interdisciplinary and public setting.
👉 Note: The discussion is held in German. - YouTube playlist
- Afrikaleidoskop meets ARTE
- Date
- April 21, 2026
- speaker
- Mark-Thiesen, Cassandra
- Language
- German
- Transcript
- Stell dich kurz vor. Ja, genau. Fang einfach mal an die Stelle durchbrechen. Erstmal freue ich mich, dass so viele Leute gekommen sind oder immerhin Leute gekommen sind an dem Abend, an dem ja auch Fußball gespielt wird und andere Dinge ähm passieren. Also von daher vielen Dank, dass ihr gekommen seid und ja, ich freue mich auf das Gespräch. Ja, Scha, also es freut mich total, dass wir beide wieder hier sitzen nach 3 Jahren in Beirut im neuninhb. Äh diesmal um ihren neuesten Beitrag, Filmbeitrag zu besprechen, wer war Jan Connie? Äh, also ich muss als allererstes zugeben, dass ich jetzt trotz meiner Beziehungen zu Wasafrika, zu der Karibik, auch meiner auch trotz meiner Erfahrung als Afrika Historikerin jetzt gar keine Ahnung von dieser Figur gehabt habe, bevor ich mir den Film angeschaut habe. Deswegen vielleicht eine allererste Frage an Sie. Wie kamen Sie und Ihr Team überhaupt zu dieser spannenden Figur? ist wie immer eine lange Geschichte. Ich versuche das mal ganz kurz zu erzählen. Ähm, wir haben im letzten Jahr, ist ein Film, der ist auch auf Arte zu sehen, haben im Ende zusammengemacht. Das sind zwei Filme 2 50 Minuten über ähm die Geschichte Nigerias, also einmal über die Erforschung der Nockkultur zusammen mit der Universität Frankfurt, auch ein alter Kollege von der Doris dabei. Sie war selber auch in Nigeria, äh hat da auch mitgeforscht in den 90er Jahren. Ähm und einen Film über das nigerianische Mittelalter über IE und äh e das IE Imperium und ähm in dem Zuge habe ich einen Archäologen kennengelernt, Gerachois heißt der das ein Franzose, der dann nachher für den ähm vom Ganagen ähm Board of Museum and Monuments geheirt worden, der eigentlich unterrichtet an der William and Mary Universität in Virginia in USA und der hat mir erzählt, dass er genau geheirt wurde in Ghana vom Board of Museum Monuments um die Erforschung und auch die Restauration der 50 Force an der Goldküste in Ghana anzuleiten und das war in Dänemark. Hab uns getroffen zu dem Gespräch und dann hab wir er eine Vollbremsung gemacht und hat er mir erzählt ja was dahinter steckt, weil ähm mir geht's eigentlich ähnlich wie der Kassandra. Ich wusste, dass sie so Force gibt. Es gibt natürlich auch das Buch äh Unterroten Adlern. Hab man e mit Doris überreder von der Heiden, auch ein Historiker äh äh den man wirklich nennen muss, einer der wenigen, der äh in den 90er Nullerjahren dieses Thema Großfriedigsburg überhaupt publiziert hat. Das ist mir auch zum ersten Mal begegnet, das ist schon ein paar Jahre her, aber Jan Conny hatte ich nie gehört oder ein einziges Mal auch eigentlich in dem ähm in diesem kolonialrevisionistischen Kontext. Da ist mir die Figur mal als schwarzer Preuße begegnet, dass ich auch dachte, schwarzer Preuße, seltsame Figur, aber äh mehr habe ich auch nicht gewusst. Und ähm jetzt komme ich eigentlich hier zu dem Film. Ähm, dann haben wir natürlich überlegt, okay, ähm, wir werden uns jetzt mit Garana beschäftigen, mit der Goldküste. Ist natürlich hoch interessantes Thema. Und dann erzählte mir der Girard, dass die Cornelia Kleinitz, die auch in dem Film zu sehen ist vom Deutschland archäologischen Institut, dass die nächste Woche in Gana eigentlich schon anfängt, dass sie die dieses Großfriedigsburg jetzt freigelegt haben. Das war total zugewucher, dass Jahrzehntelang nichts passiert. Ähm und dann ähm habe ich meinen werten Kollegen und auch Coproduzenten Obaji Akadet heißt der, muss ich ganz wirklich nennen, weil ich war gar nicht vor Ort, muss ich auch sagen. Also ich war in das mehrfach haben wir das Jahr vor Nigeria gedreht, haben letzt auch in Gabun gedreht, bin wirklich viel unterwegs, aber da war ich gar nicht, weil das so kurzfristig war, dass wir dann den Gard gefragt haben, können wir das dokumentieren machen? Dann hat er uns grünes Licht gegeben. Dann ist der Obaji mit äh äh einem dreiköpfigen Team aus Lagos. Das ist so wirklich, das sind Stadt aus Lagos, also wirklich so richtige City Slicker eher äh sind dann nach Pokesu gefahren, wirklich äh in die Provinz in Ghana. ähm und haben das für uns gedreht und das war auch eine wirklich eine stressige Anras, die hat ein Autounfall. Dabei ist Obaji hat sich selber am Kopf verletzt, eine Mitarbeiterin oder eine freie Mitarbeiterin des Deutschen archäologischen Instituts, die hat sich auch verletzt dadurch ähm ja, es hat die ganzen Dreharbeiten auch noch mal erschwert. Die Anreise war wirklich hart, ist schwer dahinzukommen und dann hatten wir auch nur drei Drehtage, weil der Film auch sehr eng kalkuliert war. Ähm und von den drei Tettagen haben sie dann einen Tag in der nächsten Stadt im Krankenhaus verbracht. Genau. Gerade eben habe ich noch gesehen, geregnet hat auch noch, also es war wirklich keine einfache Produktion. Ähm und viele Dinge, die dann auf uns eingestürzt sind oder auf den Obaji eigentlich eingestürzt sind, der hat mich dann noch mal regelmäßig angerufen. Die hab eben schon paar Geschichten erzählt. Äh ähm die wussten wir auch nicht. Also ich wusste auch nicht, welche Bedeutung an Connie hat. Ich wusste nichts von den Bahama Pilgern. Also eigentlich ist die Geschichte auch wirklich so ein bisschen über uns hereingebrochen, muss man wirklich sagen. Ja. Ja, also was ein wichtiger Punkt, also eigentlich verdeutlicht der Film, wie wenig man über diese Figur wissen kann, also wenig man über ihn weiß. Was aber ganz klar ist, ist, dass er wirklich diese dieser wichtige AK Akteur gewesen ist im Dreieckshandel zwischen Afrika, der Karibik und Europa. Das sind ähm würde ich jetzt sagen, Figuren, die jetzt vernachlässigt werden in der Geschichtsschreibung oft, also in dieser Verflechtungsgeschichte. Wie schätzen Sie quasi ähm deren Wert ein in der Geschichtsschreibung? braucht es mehr solche Geschichten. Wir wussten am Anfang auch gar nicht jetzt äh worauf wir den Fokus des Filmes legen sollen. Also das war auch die Überlegung, also jetzt auf diese Erinnerungsgeschichte der Menschen von den Bahamas, die auch wirklich ergreifend ist, aber das muss dann auch in der anderen Geschichte eigentlich erzählt werden. Ähm und dann haben wir uns überlegt, dass eigentlich die stärkste Figur eigentlich der Jan Connie ist, weil das auch ein ja eine mächtige Akteur ist. Das ist äh auch eine Figur, die das Narrativ so ein bisschen durchbricht, auch so ein so ein afrikanisches Opfernarrativ äh äh sondern der war halt wirklich auch in dieser schwierigen Zeit äh ähm ja ein Entreur würde ich sagen. So würde ich den beschreiben, so nachdem ich mich lange mit dem beschäftigt habe. Ähm der die Gunst seiner Stunden der Stunde genutzt hat, der war ein Unternehmer. Das war wirklich ein Mann mit einem unternehmerischen Geist. Wahrscheinlich hatte der auch eine gewisse Skrupellosigkeit. der wird sehr intelligent gewesen sein. Ähm ja, so schätze ich den ein. Und da war so ein bisschen Überlegung, ja, lass uns doch eher gucken, was ist das für eine Figur gerade auch in diesem Spannungsfeld von der der unterschiedlichen Rezeption einerseits der Freiheitskämpfe auf der Bahamas und auf der anderen Seite das, was der Edward Jak natürlich erzählt und die Indizien, die dann vor Ort eher darauf hinweisen, dass das ja eine ambivalente Geschichte ist. Ja, total. Also genau, also zu ein Punkt, das natürlich immer wieder als sehr kontrovers aufgenommen wird, ist diese afrikanische Beteiligung am Dreieckshandel am spezifisch am Sklavenhandel natürlich. Ähm, genau. Hätte ich fast mein Punkt vergessen. Also, was ich Film sehr spannend finde, ist, dass er nicht nur an der Geschichte von Connie hängen bleibt. die Frage, ob er jetzt tatsächlich nur also Sklavenhändler gewesen ist, sondern der Film zeigt eine viel ja fast auf einer viel breiteren Ebene diese Geschichte auf, indem das Konsumverhalten von Westafrikanerinnen auf der Küste in diesen dieser Epoche vom 17. und 18. Jahrhundert aufgenommen wird, indem auch kleinen Produzenten auch, würde ich sagen, äh mit in die Diskussion aufgenommen wird. Also Bäuerin quasi und wie sie da ähm Teil dieser Geschichte gewesen ist. Waren das Gedanken, die sie jetzt explizit ähm an einer breitenden Gesellschaft bringen wollten, äh breitenden Öffentlichkeit bringen wollten oder war das einfach, ich glaube wir, ich bin ja Journalist und wir gehen immer ganz zielofen ran. Also, ich habe es gar keine Vorstellung davon. äh ähm auch gerade jetzt bei der Geschichte, wo wir relativ wenig Zeit auch hatten, schon eine Vorrecherche zu machen, ähm sondern sind dann einfach äh ja müssen die Dinge dann so nehmen, wie wie sie uns begegnen und dann auch auf den Wissenschaftlern vertrauen, was die finden. D natürlich auch äh äh ich habe ja einen schlauen Kollegen mit dem Obaji, der natürlich auch sieht, okay, die Wissenschaftler sind sich auch hier alle gerade gar nicht einig. äh auch so spannende Momente im Grunde genommen, die wir versucht haben in diesen Film einzubauen und gar nicht eine Wahrheit zu erzählen, weil ich glaube, du bist selber Historikerin. Äh eine Wahrheit ist gerade bei diesem Thema, was wir gerade erst aufgemacht haben, die gibt es gar nicht. Also die Wahrheit, es gibt Wahrheiten und ich finde dieser Jan Connie, deswegen fand ich ih auch so faszinierend, der der vereint diese Widersprüche. Äh und das fand ich eigentlich das Spannende an dieser Figur und weil es auch jemand ist, der genau was ich eben schon sagte, so dieses Narrativ durchbricht und auch einen starken Akteur auch zeigt in ein afrikanischen starken Akteur und ich glaube das ist auch eine Perspektive, wir kennen kein im 18. 19. 20. Jahrhundert kennen wir keinen einzigen starken afrikanischen Akteur mit Namen. Chazulu vielleicht, das war dann 19. Jahrhundert die Engländer, aber auch nur, weil der äh äh den heftige Verluste beigebracht hat. Ansonsten kennen wir niemanden. Wir kennen die nicht. Wir kennen Napoleon, den gucken uns jedes Jahr dreimal im Fernsehen an, aber solche Leute kennen wir nicht. Genau. Obwohl der im Gründeren ja auch was Narco auch sagt, das war auch jemand ähm wir haben dies ja auch ein Gabun gedreht, haben wir auch für Arte für ein auch mit ZDF auch mit Christoph Caron ein Film über Albert Schweizer gemacht und da habe ich mitbekommen auch in Gabun, wie eigentlich der Druck des Sklavenhandels auch bis nach Gabun gereicht hat, weil in dem Krankenhaus von dem Albert Schweizer mussten die Etnien getrennt werden. Die konnten nicht gemeinsam in Räumen leben leben, weil die die Erfahrung aus der Zeit des Wasabungshandels, der ja noch bis bist du besser informiert als ich, wahrscheinlich bis Ende des 19. Jahrhunderts in der Region noch passierte, die die Nachwen waren immer noch so in Erinnerung äh in der Region. Ähm und da kann man sehen, was so Menschen wie der Jan Connie, also was das eigentlich für eine für eine für eine für eine für eine Macht war, die der hatte und wie weit die gereicht hat. Total. Das war auch eine Frage, die mir geblieben ist, also wie diese ersten Wellen von Afrikanerinnen, die dann in der Karibik gelandet sind, in diesem Fall in der Bahamas, einer in einer sehr frühen Phase der Entwicklung einer Plantasen Gesellschaft, wie sie die Erinnerungskultur bis heute also prägen und die Frage, wie diese Dynamiken entstehen, also was es bedeutet, wenn 250 Krieger auf einer Insel, sehr früh auf einer Insel landen im Gegenteil zu keine Ahnung 250 kleinen Bäuern oder sowas, aber das war jetzt einfach also spontan ein Gedanke die bei mir das war ich eigentlich auch also auch so eine Frage ähm ich sag mal der Christopher Davis den wir auch in dem Film gesehen haben, der ist natürlich ganz ganz entscheidend gewesen, weil der diese ganze erst mal die Jan Conny Forschung im Gom angeregt hat oder weil der sich selber die Frage gestellt hat, unser Nationalheld, von dem ich auch noch noch nie was gehört hatte, auch nicht von diesem Kult, der äh auf dem Bahamas existiert. Ähm ja, sich die Frage zu stellen, äh äh äh wo kommt unser Nationalheld eigentlich her? Was ist das für eine Geschichte? Und er, der Christopher Davis, der nebenbei auch der Sohn des äh äh Premierministers von Im Bahamas ist, der sieht jetzt in seinem äh afrozentrischen Regalia nicht so aus, aber das ist er. Es ist ein ganz schlauer, inspirierender Mann. Ähm genau. Der hat sich diese Fragen gestellt und damit eigentlich auch diese diese Ja. uns und vielleicht auch sogar die Cornelia Kleinitz auf die Spur gebracht das deutsche archäologische Institut. Das muss man einfach sagen, der Impuls diese ganze Forschung noch mal anzugehen, die kommt nicht aus Europa, die kommt nicht vom von der Humold Onnie, sag ich mal nicht bei Jan Connie, sondern die kommt jetzt wirklich von den Bahamas. Ja, so vielleicht Punkte Europa, also wir jetzt von Erinnerungskultur reden, wie schätzen Sie den Wert eines solchen Filmes auch für die deutsche Erinnerungskultur und das deutsche Selbstverständnis ein Ja, hatten wir auch schon gerade drüber redet. Das ist natürlich jetzt müsste ich jetzt wieder so ein bisschen über der über Fernsehen sprechen. Das haben jetzt in der sag mal in in das ist als 30minütiges Format geplant und so ist das dann auch angeboten worden. So haben s das auch gemacht auch als Teil einer Reihe, die wir jetzt auch, ich hoffe, auch fortführen werden. Ähm, da haben wir dieses Thema angeboten, die haben wir gerade genau zu der Zeit entwickelt, als als der Dreh stattgefunden hat. Und äh ähm jetzt weiß ich gar nicht, was hat du noch mal gefragt? Die deutsche Erinnerungskultur, also die deutsche Erinnerungskultur. Ähm und genau darauf wollte ich eigentlich hinaus. Also, das ist natürlich ein Film, von dem ich mir wünschen würde, dass es natürlich nicht der letzte ist, sondern irgendwie der erste kleine Anfang, denn ähm ich denke auch hier im Saal wird werden nicht viele Leute von Großfriedigsburg jemals gehört haben, man weiß von dieser Geschichte nichts. ähm sage ich jetzt auch ganz ehrlich, wir haben ja auch im Moment ein Kulturminister, der ja versucht eigentlich auch den deutschen Kolonialismus oder das ist mal die Frage, war das Kolonialismus, war das nicht so eine Vorstufe noch? Aber ich würde sagen, das geht auf jeden Fall in die Richtung, der ja eigentlich ä äh jetzt aus der Erinnerungskultur weitgehend gelöscht werden soll. Ich sehe es genau andersrum. Da fängt das gerade an. Also äh jetzt müssen die Europäer sich die Frage stellen auch gerade jetzt äh äh sag mal in der gedanklichen Krise, in der unser Kontinent ja steckt, ähm wie ist unser Verhältnis zur Welt und wie ist unser Verhältnis zu Afrika und es kann nicht sein, dass wir das jetzt irgendwie alles vergessen und jetzt nur noch auf so eine ökonomische Ebene bringen und die ganze äh Geschichte irgendwie äh äh ähäh hinten anstellen. Nein, nein, nein, nein. Jetzt muss man eigentlich anfangen, mal genauer hinzugucken. Also, das ist meine Perspektive. Also von daher würde ich mir wünschen für die deutsche Erinnerungskultur, dass wir erst am Anfang sind da und äh äh gerade Afrika Historiker wissen ähm es ist ja keine Einbahnstraße, auch der transatlantische Handel, über den wir gerade gesprochen, war ja kein kein keine Einbahnstraße. Das jetzt irgendwie der Tabak, der Zucker, die Baumwolle, alles ist nach Europa gekommen. Vielleicht auch noch der eine oder andere schwarze Page durfte mitfahren. Nee, viele Dinge sind ja auch in die andere Richtung gegangen. Es gab viel Diversität, ja, auch zwischen Südamerika äh äh und Europa. Und das sind alles so Punkte ähm ja, die wir eher negieren, die wir als problematisch empfinden, die wir ähm ja von uns weisen. Ähm weil es natürlich auch keine einfachen Themen sind, weil Deutschland natürlich auch andere schwere Themen haben, die da äh äh die die die das in den letzten Jahrzehnten natürlich dominiert haben. Aber ich glaube, ähm guckt man jetzt in die Welt, guckt man nach Afrika, guckt man auch nach Süd oder in die Amerika, sage ich mal, St. Thomas ist ja gerade gefallen. Ist eine ganz ganz kleine Insel. St. Thomas in der Karibik ist heute US Virgin Islands, wenn man sich mit der Geschichte dieser Insel beschäftigt, das war der größte Sklavenhandelspunkt. Ähm auch wieder in die Geschichte. Könn ich das gleich auch noch mal erzählen. Mache ich vielleicht sogar. Ähm ähm und der größte Plantagenbesitzer auf dieser Insel St. Thomas und auch auf der Insel Saint Crois, das ist die Insel gleich gegenüber, ähm das war ein Mann, der hieß Schimmelmann und das war der dänische Finanzminister, ein ganz schlauer, das war eigentlich ein ökonomisches Genie. Gleichzeitig ähm war er, wür ich mal sagen, der der wahrscheinlich der der größte Sklavenbesitzer Europas und ist um 1780 ungefähr wahrscheinlich auch ist gestorben, ich w mal sagen 1770 75 der reichste Mann Europas geworden in diesem transatlantischen Sklavenhandel und der hat massiv in St. Thomas an Sklavenhandel verdient. Ähm, das ist jemand der, das können wir auch gar nicht den Dänen in die Huh schieben, weil der das war deutschdänisch, der lebt in Hamburg. Das Wzbecker Schloss ist von seinem Sohn gebaut worden. Das Aensburgers Schloss hat er selber bewohnt. Der ist in seinem ganzen Leben nur zwischen Hamburg und Kopenhagen hin und her gereist und hat alles mit dem Rechenschieber, mit seinen Gouverneuren geregelt. Der hatte äh äh heute Christiansburg, einer der größten bei Akra Festungen. Da hatte er ganz massiv seinen Einfluss, konnte sogar die Gouverneure benennen, weil er natürlich eine politische Figur war. Ähm und das erzähle ich, um aufzuzeigen, wie verbunden die Welt, also Gana Goldküste, wo wir gerade drüber sprechen, im Grunde genommen mit den Amerikas ist und auch mit Europa ist. Und das sind natürlich Geschichten, weißt du, als Historiker am allerbesten, die natürlich aus dem europäischen Narrativ entfernt wurden, kann man richtig sagen. Das ist auch nicht nur vergessen worden, das sind richtige, das sind ja bewusste historische Erzählungen. Also erzählt man Dinge oder erzählt man sie nicht, worüber forscht man? Wo investiert man sein Geld? Und da sind wir aber unserem aktuellen Kulturminister. Was streicht man von der Agenda und was setzt man auf eine Agenda? Also auch da ähm und ich will jetzt nicht parteipolitisch s ich mach das an Personenfest. Also gerade bei sag mal Claudia Rot hat mir eine ganz andere Stimmung. Da wurden diese Themen anders diskutiert, da wurden Filmproduzenten of Color eingeladen. Hat man sich überlegt, okay, in welche Richtung könnte man gehen, könnte man denken. Im Moment werden ja auch werden wird man aufgrund seiner Hautfarbe einfach nur problematisiert auch das unser von unser politische Elite in der Stimmung ist man das sage ich jetzt alles, weil sie mich auf die Rezeption hier in Deutschland angesprochen haben. Weiter Vortrag, aber das wäre so ein bisschen meine Antwort. Okay, also ich wollte nur ganz kurz erzählt haben, dass meine Mutter aussehen Thasamas stammt aus dieser Insel. Die Geschichte kenne ich ganz gut. Ähm, aber vielleicht war jetzt ein guter Moment, um das Gespräch zu eröffnen. Ja, w ein guter Moment auf jeden Fall. Jetzt sind wir schon ziemlich weit rumgegangen. Also, also wer eine Frage hat, darf sich bitte nach vorne begeben und ja, auch gar nicht so schüchtern. Ja. Vielleicht kann ich auch noch mal sagen, weil vielleicht auch mal so ein Thema, ich weiß das steht ja auch dem Zettel und wenn ich dann selber jetzt so sehe, das haben wir natürlich auch jetzt ist über ein Jahr her, dass wir den Film gemacht haben, KI ist ein das läuft oder das eine Bewegung, die natürlich rasant vorangeht. Ähm, das war einer der ersten Versuche, das zu machen. Und jetzt sind wir in der Publikation natürlich auch genau in die Zeit reingefallen, sage ich mal, in der die KI jetzt äh gerade auch in den öffentlichrechtlichen Sendern natürlich äh auch aus verständlichen Gründen problematisiert wird. Und ähm da ernten wir natürlich auch viel Kritik. vielleicht meine Erklärung dazu, ähm, dass wir uns überlegt haben auch bei dem Film, dass der vielleicht eine andere Visualität haben sollte, wo wir gar nicht genau wussten, was für Bilder zurückkommen, ähm als sag mal, die üblichen Geschichtssendeplätze, die dann ja eher Sepia Farben sind, wo alles dann eher getragen wird, wo Musik allenfalls ganz reduziert im Hintergrund äh säuselt, sondern wir haben es eher überlegt, genau, dass äh auch eine eine jüngere Zielgruppe auch die zu erreichen damit, also oder sag mal eine breitere Zielgruppe, aber auch junge Menschen, weil das natürlich jetzt auch äh online äh ähäh geguckt werden soll. Das war eigent so ein bisschen die Idee da dabei und vielleicht auch bei der KI äh am Anfang war ich selber so ein bisschen unsicher, bin es eigentlich immer noch äh weil natürlich ganz ganz viele ja wichtige Fragen da dran hängen. Meine Reaktion war, als wir im im Schnitt damit rumgespielt haben, sind die jungen Kollegen reingekommen äh äh und alle was machst du denn? Oh, das ist ja interessant. Die sich sonst eigentlich für diese Archäologiefilme überhaupt nicht interessieren. Die denken, lass den alten da mal machen. Und bei denen, da habe ich genau gesehen, also wie man am Ende ähm ja, sag mal mit so einer Marvel Comichaftigkeit, das war auch so meine Idee zu sehen, wie wie erzählen sich eigentlich große afrikanische Narrative, wie erreicht man Menschen überhaupt? so ganz bescheuert gedacht im Grunde genommen äh auch äh indem man vielleicht äh ja gewisse Dinge dann äh ein bisschen plakativer darstellt, einfach um auch so eine so eine so ein Ankerpunkt zu haben. Gerade wenn man so eine Figur diskutieren will, muss man irgendeine Visualität schaffen, über wen reden wir eigentlich? Und dann könnte man vielleicht auch noch als letztes dazu sagen, wir hatten ja am Ende auch, das war glaube ich so ein Wunsch auch vom Jean-Christophon, da noch mal eine Originalgrafik aus der Kolonialzeit einzubauen. Ähm, das wäre die Alternative gewesen, wieder mit Stichen zu arbeiten, also mit ganz vielen unterschiedlichen Materialien in so einer herkömmlichen äh äh Erzähle und da haben wir uns bei dem Film bewusst dagegen entschieden. Das wäre vielleicht noch mal so eine so eine Anmerkung, warum wir äh äh auf dieses Dialmittel gesetzt haben. Also, ich würde sagen, dass es ganz viele positive Beispiele dafür gibt, dass die Geschichte einfach mehr interessante Vermittlungswege braucht. Und also ich war, als ich den Film an mir angeschaut habe, sehr positiv ähm ähm angeregt von der von dem Gebrauch von Comics, was ich jetzt überhaupt nicht erwartet habe. So ähm ganz ehrlich gesagt ähm genau, da kommen weiterhin keine Fragen aus dem Publikum. Ich kann das Mikro auch rumbreichen, wenn das einfacher ist als aufzustehen. Okay, brauchen gar kein Mikro. Ich glaub, das kann man sich auch zurufen hier, aber für die Aufnahme. Für die Aufnahme. Okay. Genau. Noch mal vielen Dank an den Markus Sponer muss ich mal sagen. Wir sind ja heute Abend zu Gast hier im neuninh beiud und der Markus Sponer ist auch ein alter bekannter und Fernsehkollege von mir hier, der Gastgeber des Hauses. Vielen Dank Markus noch mal, dass wir heute Abend hier sein dürfen. Ja, herzlichen Dank erstmal für äh die jetzt funktioniert's. für die Dokumentation und ja, ich habe mich gefragt, inwiefern ist die die Ambivalenz quasi, also die Aufarbeitung, die jetzt stattfindet, wenn da herauskommt, ah, der Herrscher ist doch irgendwie mehr in den Sklavenhandel beteiligt gewesen. In wie fern das für die Identitätsuche für die Personen, die von den Bahamas als Pilger vor Ort sind, ähm ein Bild repräsentiert, was aber eigentlich auch abgelehnt wird, so wie wir es gerade in der Dokumentation auch gesehen haben, inwiefern das zu Identitätskonflikten kommen kann oder auch zu ja eigentlich eine Negierung von etwas, was durch archäologische Funde, also durch die Aufarbeitung eigentlich deutlich also auch sichtlich geworden sind, dass aber von der Bevölkerung äh oder von denen, die wieder zurückkehren, abgelehnt wird. Ähm ja, was inwiefern das irgendwie zu Konflikt und Reibung führen könnte? Ja, danke, ist eine gute Frage und ich muss ganz ehrlich sagen, hier, man sieht ja auch die Dame, die Angelique z.B., spielen, mit der ich auch öfter telefoniert und äh das ist nchlich eine ganz ganz starke Dame, die die Pilgerreisen organisiert. Ähm und Obaji hatte richtig Angst vor der, muss man sagen oder dann sie wirklich zu konfrontieren damit. Also hat ja auch zwei, drei mal die Frage gestellt. Sie antwortet dann ja auch ganz explizit. äh ähm aber natürlich auch äh ähm ich glaube, das muss man einfach aushalten und man sieht ja auch bei diesem Fest am Ende, dass und ich glaube, das kann dann auch so gerade so eine afrikanische Gesellschaft äh äh weil die schon so viel ausgehalten hat, kann die dann auch diese Spannung aushalten, dass im Gordom die einenken, h was machen die da eigentlich von den Bahamas so richtig verstanden haben die noch nicht. wir kannten den bis vor kurzem gar nicht mehr und äh die anderen den dann in den Himmel hellheben. Das sind einfach unterschiedliche historische Erfahrungen. Ähm und ich glaube auch bei dieser Angelique McCay, das wäre eigentlich so ein bisschen die Antwort auf die auf die Frage, die du gestellt hast. Ähm, was man da halt merkt und auch gerade bei den Bahamas ist wirklich der Schmerz dieser Menschen. Also auch glaub glaube ich auch gerade auf dem Bahamas so klein ist, abgelegen ist dann auch ich glaub die Briten hatten ein extrem harsches Regime und ich glaube das ist so ein bisschen das was man merkt, also ah diese Erlösung der Menschen dahinzukommen, also auch so eine Ergriffenheit, die ja die die die man unmittelbar spürt. Also ich war ja selber gar nicht da. Ich hab, man sieht das ja natürlich in den Bildern und äh hab das natürlich auch von Obaji mal wieder erzählt bekommen. Ähm und dann natürlich auch in den Gesprächen, ich dann selber mit dem Christopher hatte, der ist eher auf so einer intellektuellen Art, aber auch bei dem Christopher Davis, der Historiker. muss ja mal sehen. Ähm sein Vater ist der der Gouverneur, der ist komplett britisch und äh äh äh ausgerichtet, ausgelegt äh äh oder zumindest aufgewachsen und er ist jemand, der in diesem African Regalia auch vor die Kamera tritt, also äh also diese Entschiedenheit auch sich dann irgendwie äh von der eigenen Kultur sag mal abzuwenden oder von der eigenen kolonialen Erfahrung abzuwenden. Ich glaube äh ähm das ist irgendwie so der der Schmerz, der da spürbar ist. Ich sehe da eigentlich gar keine richtigen Konflikte, sondern eher, dass da Meinungen aufeinander prallen und alle Seiten werden ihre Meinung irgendwie zurecht rücken müssen. Das ist ein langer Prozess, glaube ich, so lange historische Prozesse, die da noch anstehen werden. Ja, und das ist für die Bahamas Leute so, das ist für die Leute aber auch in Gana so, das habe ich auch mitbekommen, dass natürlich erzählt mir auch Obaji mein mein mein Kollege, der kommt aus Kalabai, Nigeria. Das eiglich eine ganz ähnliche Ecke, da gibt's jetzt keine Force, aber das ist auch da war auch viel Menschenhandel hat da stattgefunden. Ähm und der sagt auch ähnlich wie der Edward Nio, äh ähm dass das natürlich schwierig ist auch für die diese Themen auch in der afrikanischen Gesellschaft offen zu diskutieren, das ist schwer, weil das auch noch bei denen auch wieder von historischen Prozessen nämlich dem der der Kolonialzeit überlagert ist. Und jetzt noch mal dahinzugucken und dann auch noch mal zu sehen, äh wie war das damals? Wer hat da welche Verantwortung? Ähm, das sind auch Prozesse, die in den Gesellschaften gerade erst beginnen und glaube ich würde ich sagen, als Außenstehende, aber extrem wichtig sind. Extrem wichtig sind. Man kann jetzt nicht in diesen alten Narrativen so verharren. Das war auch, was ich bei dem Film interessant fande, dass man ja im Grunde diese ja so dies dieses Opfer Täter Narrativ, was ja natürlich klar ist, ich man stellt ja keinsterweise aus der Frage, dass der transatlantische Versklavungshandel äh äh Europa und die ganze europäische Moderne maßgeblich ermöglicht hat. Äh ähm aber es gab natürlich eben auch afrikanische Entrepreneurs und Player, die da genauso beteiligt waren und ähm vielleicht noch ein letztes Wort dazu, das ist ja auch äh heutzutage nicht anders. Das ist mir eigentlich auch aufgefallen, als ich den Film gemacht habe, dass im Grom heute immer noch in afrikanischen Ländern Kriege geführt werden und afrikanische Menschen sich gegenseitig umbringen eigentlich für die Profitte von Europäern. Ähm, weniger Afrikaner machen mit, also auch eine kleine Elite, die daran profitiert und die großen Gewinne werden im Ausland gemacht. Also, wenn man diese Situation so ein bisschen überträgt auf das auf die heutige Zeit, ich sag mal das, was wir im Kongo jetzt seit Jahrzehnten erleben, dann hat sich da so viel gar nicht geändert. Es wird nicht mehr mit Menschen jetzt geht's um Goldan oder um andere Dinge, aber die Struktur, die aus der damaligen Zeit eigentlich entstanden ist, die ist existiert eigentlich bis heute. Also ich finde, man sieht im Film auch, wie weit von passiv diese Gesellschaft aus die Behamer sind. Also, man bekommt aktiv mit dieser Prozess ähm der Erfindung von Traditionen, eine quasi Reafrikanisierung. sind alles ja ähm klare Entscheidungen, die da getroffen werden. Das ist da ist kein da steckt kein steckt kein Zufall dahinter. Was auch interessant ist ä ähm ist natürlich der ökonomische Aspekt. Das ist auch in Akra so, weil sind nicht nur Leute von den Bahamas, die diese Pirgerreisen machen, sondern auch viele US Afroamerikaner, die nach Ghana kommen, die nach Nigeria kommen und genau diese Erfahrung ja gerade machen. Also ist ein ganz interessanter Prozess gerade und das ist auch ein ökonomischer Prozess. Also konnte man auch in Princess sehen, weil natürlich die Bahamas, das ist wirklich eine wohlhabende Insel, das sind reiche Leute. Äh und auch in Princess Toown hat natürlich ein großes Interesse dran, diese Beziehung zu den Bahamas. Also, das ist ein beidseitiges Interesse. Ist auch schön zu sehen, vielleicht auch eine Antwort auf den Konflikt eben. Die einen haben die Kultur, die haben die Tradition und die anderen die haben jetzt das Geld und so kommt man dann da zusammen und dann gibt's auch keine Konflikte gibt es ja. gibt es weitere Fragen. Ähm, mich wird's mal noch interessieren, wie viele solche Ausgrabungsprojekte tatsächlich existieren, weil ich hatte das davor noch nicht so wirklich auf dem Schirm und mich wird das super interessieren, weil ja aus europäischer Sicht zumindest ähm keinerlei bis ähm Interesse ähm an der Aufarbeitung so wirklich stattfindet und da ja überhaupt nicht der Blick in Forschung oder archäologische Forschung gerichtet wird. Und da fand ich es eben umso spannend, dass eben der Ganage ähm Forscher eben dieses Projekt gestartet hat und ihm auch diese neuen Fragen aufgeworfen hat. Und genau mich wird es interessieren, ob Sie da mehr Einblick haben, wie viel Forschung da tatsächlich stattfindet. Ich glaube, da war die Doris mehr als ich. Ähm, ich sag mal die Willst du was dazu sagen, Doris? Ähm vielleicht können wir ja mal das ist wirklich auch jemand den der Doris Ark sehr schätzt ich auch der findet auch auch ein Film auf Arte da geht's um die Erforschung der Nockkultur nämlich der Peter Bräun das ist wirklich ein ganz ganz toller Mann Universität Frankfurt jetzt eremitter Professor und der hat mit seinem Team auch Gruß an die Gabi Franke auch ganz ganz wichtige Frau da in dem Team die haben in den letzten 15 Jahren die Nockkultur erforscht. Das ist eine eisenzeitliche Kultur ungefähr 1000 vor 800 vor Christus bis 200 vor Christus die sensationelle Terracotta Kunst gemacht hat. ähm von der hier eigentlich auch fast niemand was weiß und der Peter Bruning, deswegen erzähle ich das, der hat auch vorher, da war die Doris auch bei einer Grabung beteiligt, das älteste Boot Afrikas, das Dufuna Boot, 8000 Jahre alt ausgegraben. Ähm, das sind e, sag mal, die ersten wirklichen so so Heroes und jetzt kommt eigentlich die nächste Generation ähm auch in dem Film zu sehen afrikanische Mittelalter bei IE auch in der Artemediathek, den wir letztes Jahr gemacht haben, auch mit meinem Kollegen Obaji, auch mit dem Girouin, von dem ich eben erzählte, dem Franzosen, der uns das überhaupt ermöglicht hat, diesen Film. Ähm, genau. Und jetzt kommt eigentlich äh die, finde ich, sag mal die oder die sind natürlich schon alle mitten dabei, auch die die Generation der afrikanischen Archäologen, die gerade richtig richtig durch die Decke gehen. Also Ugundiran, einer jetzt Northwestern University Chicago, der ist ja Dekan, der eigentlich auch die ganze Joba Kultur erforscht und auch gräbt. In Ojuo hat er gegraben, hat auch Obaji gedreht. Ähm, dann ähm Babatunde Baballa sensationeller Typ, der hat die alte Glasfabrik in der hat Glasich die ganze Glaskultur, also der konzentriert sich auf Glas und auf Eisen und äh ähm und Metalle generell. Ähm und I die hatten ja eine riesige Glasproduktion und auch äh Metallverarbeitung und es gab einen industriellen Komplex, der liegt im Norden der Stadt und den hat er gerade ausgegraben, da haben wir auch ähäh gedreht. Ähm und das sind eigentlich, glaube ich, so die die Hoffnungsträger. Das sind eigentlich die Leute, die es auch machen müssen. Es macht ja keinen Sinn, dass mal die Europäer runterkommen, irgendwie rumgraben, möglich noch die Hälfte wieder mitnehmen. Ähm hat Peter Bräun nie gemacht. muss man auch sagen, das will der gar nicht. Der ist wirklich an den Dingen interessiert. Ähm äh ja, ich glaube, das ist eigentlich so ein bisschen die Entwicklung, die jetzt gerade passiert und die auch nicht aufzuhalten ist. Und genau, ich gebe dir recht, äh es müsste viel internationaler passieren, es müsste mehr geforscht werden, es müsste auch mehr Geld da investiert werden, weil ähm ja, auch sowas wie jetzt Nock z.B., ich glaube, kein Europäer kann sich vorstellen, was für eine Kunst die äh 1000 vor Christus hatten. Das ist unvorstellbar. die Dinger, die sehen heute noch modern aus. Ähm und auch die Überlegung auch Peter wird mich jetzt geißeln auch mal die Frage äh Metalle auch äh äh es ist fast eine ketzerische Frage, wo kommen die ganzen auch Eisen, ganze Forschung um das Eisen, wie ist das Eisen in die Welt gekommen? sind nicht wohl möglich. Also, es gibt noch keine wissenschaftlichen Bas, das sind alles Thesen, die ich jetzt so ein bisschen in die Welt stelle. Aber das sind die Fragen, die Archäologen gerade diskutieren. Afrikanische Archäologen gerade diskutieren und das müssen auch die diskutieren. Äh aber den Beweis äh äh das womöglich die erste Eisenförtung in Afrika stattgefunden hat, die wird kein Europäer machen. Das müssen die Afrikaner selber machen. Genau. Also, ich kann mir auch gut vorstellen, dass digitale Technologien auch viel Schwung in die Archäologie äh reingebracht hat, insbesondere in Westafrika, wo die Küste jetzt nicht unbedingt einfach zugänglich ist. Also zumindest haben sich dabei wahrscheinlich gewisses Kosten gesenkt, sodass man dann weiter agieren kann. Also das ist zumindest meine Erfahrung aus Liberia, was kein großes Fäh Forschungsfeld ist, aber solche Projekte interessant. Liberia auch gerade in den Zusammenhängen wäre natürlich Liberia super interessant. Al glaube ich auch immer so die Frage auch wieder da Geld, also eine Forschung kostet Geld. Das Geld auch für die ganze afrikanische Archäologie und diese Forschung von die ich gerade erzählt habe, die sind fast alle mit europäischen Geldern oder US-amerikanischen Unieldern finanziert worden. Ähm das ist eigentlich das Problem und also das Knohow würde ich sagen ist da. Jetzt geht's eher um die Kohle und äh ähm aber das wird passieren. Also ich bin da guter Dinge äh äh und man wird auch in Zukunft da noch viele interessante Dinge herausfinden. Alles andere wird mich wundern. Gibt es weitere Fragen aus dem Publikum? Ich habe noch eine Frage, die richtet sich an euch beide. Und zwar ich finde dieses Format jetzt einfach sehr schön. Man merkt einfach das Medium Dokumentarfilm und die Tatsache, dass hier die Wissenschaft und der Journalismus auf einem Podium sind, ähm geht für mich einfach total auf und mich würde interessieren, äh was euch jeweils ähm antreibt und motiviert oder was vielleicht auch eure Vision ist, dass gerade vielleicht Journalismus und Wissenschaft vielleicht auch im Hinblick ä vor der aktuellen politischen Lage äh in Deutschland ähm ja andere Geschichten erzählt werden müssen oder bestimmte Perspektiven in den Fokus gerückt werden muss und wo seht ihr da eure eigene Verantwortung oder eure Rolle als Wissenschaftlerin oder Filmemacher? Genau. Danke. Also für mich ist ganz wichtig, dass überhaupt ein Dialog stattfindet zu diesen Themen, dass verschiedene Perspektiven aufgezeigt werden, wie in dem Film. Ähm Komplexität, das sind die Dinge, die sehr wichtig sind in einem Moment, wo auch die Geschichte sehr politier politisiert wird. Ähm genau diese drei Punkte. Ja, wür ich dir zustimmen mit allen Punkten. Ähm ja. Ja, ich glaube auch unsere Rollen sind ja ein bisschen unterschiedlich auch, muss man ja auch sagen. Ich bin ja eher der den der Vermittler. Ich bin ja auch, wenn ich jetzt ein Afrikanistik, das hilft mir natürlich extrem, dass ich sag mal auch äh vor 30 Jahren, war lange lange her äh auch mal äh sowas studiert habe. Ähm aber eigentlich bin ich ja mehr der Wissensvermittler und derjenige, der versucht sich dann eher so in die Arbeit der Leute reinzudenken und dann äh äh eine Zeit mit denen so zu reisen und versuchen dann zu erzählen, was die gerade so machen. Ähm ja und was treib mich an? Ich glaube people of Color sage ich jetzt mal und afrikanische Geschichte ist natürlich also ich Cassandro und ich wir sind jetzt zweimal begegnet auf Panels, aber ich glaube ich könnte sowas gehen zu sagen, dass natürlich da hab eine ganz ähnliche historische Erfahrung und man kriegt halt mit wie wie viel Schieflage diese Erfahrung hat und wie viel Wissen, was wir wahrscheinlich durch unsere Existenz ja schon mitbekommen haben, eigentlich dann auch sag mal in in so im im globalen Norden eigentlich nie wirklich angekommen ist und ich glaube in und dieser Gap, der der hat natürlich auch viele Konsequenzen und ich glaube diesen Gap zu verringern, ich glaube das ist so ein bisschen was mich es gerade bei diesen Film so antreibt. einerseits mein eigenes Interesse, meine eigene Faszination dafür und dann auch äh die Hoffnung, dass man auch andere Leute mitnehmen kann und auch begeistern kann und vielleicht auch diese Blind Spots, die wir eben auch schon mehrfach beschrieben haben, dass man da die vielleicht ein bisschen beleuchten kann. Das ist eigentlich so mein Antrieb da dran. Ja, so dem kann ich kann ich auf jeden Fall zustimmen. Also, ich habe als Kind zwischen Westafrika und der Schweiz gelebt und sah mich auch sehr früh, also in einer Position äh in der ich ja Wissen über Afrika vermitteln musste, die Geschichte Afrikan vermitteln musste und das hat sich jetzt einfach so, ich kann ja vielleicht vielleicht eine eine persönliche Geschichte erzählen, ähm die also das ist lange lange her. Es war auf einer Zivildiensttagung. Damals gab's noch Zivildienst, das war so eine Wehrpflicht, die jetzt ja wiederkommt. Da kann man sehen, wie ähm die die Zeit vergeht. Ähm und da gab's dann immer so so gesellschaftspolitische Workshops und da hatten wir so einen jungen Dozenten, das war so ein so ein so ein äh äh der mich dann nach so einem Seminar in so ein Gespräch verwickelte und dann auch genau das, was du sagst, man muss sich ja eigentlich zu seiner eigenen Geschichte auch äußern, weil man ja ständig gefragt wird. Man muss ja, also man muss ja eigentlich Geschichte verkaufen, obwohl man selber gar keine Ahnung hat und schon relativ früh. Ähm und der sagte mir dann das Burundi, nämlich das äh äh da kommt die Familie mein Vaters her, ähm dass das meine deutsche Kolonie gewesen sei. Und ich so als 18-Jähriger Vollidiot muss ich ganz ehrlich sagen, ich wusste, das war Belgisch. Ich habe so als Kind da gelebt, ich wusste, die sprechen alle Französisch Deutsch, was erzählt da? Und dann äh musste ich feststellen, dass der Recht hat. Und ich war so beschämt, ich war so beschämt, dass ich die Geschichte, weil ich das auch in der deutschen Schule und auf dem Gymnasium, ich war sogar in Geschichte interessiert und wir haben natürlich deutschen Kolismus keinem Wort in der Schule gemacht durchgenommen und dass Burundi wohl mal eine deutsche Kolonie war oder Tanzania Ran Amibia, das habe ich in der Schule nicht gelernt, das habe ich auf dem Gymnasium in Deutschland nicht gelernt und bei der Zivildienstaung saß ich wie der letzte Vollidiot da. Ich hab es auch von meiner eigenen Familie nicht gelernt, muss ich auch dazu sagen. Die hat es mir auch sagen können. Äh die haben sich damit auch nicht beschäftigt. Genau. Und das war so ein Moment, das war wirklich ein Moment der Scham. Ich wür mal sagen, es war so ein Schammoment, der bei mir auch ausgelöst hat, so äh ja, so kann ich nicht durch die Welt gehen. Das geht nicht, das geht nicht, das ist unangenehm. Und das war so ein bisschen der Anfang oder einer der Anfänge. Ja, gibt es letzte Fragen aus dem Publikum? Dann ab an die Bahn. Vielen Dank. Ja, dann herzlichen Dank. Herzlichen Dank noch mal im Laben des Klasses und von Arte für euch beide. Also, ich gratuliere mich selber, dass ich euch eingeladen habe. Das ist hervorragend und noch eine Tour durch meine Vergangenheit quasi dadurch. Ich hoffe, sie haben sich gut unterhalten und das und kommen beim nächsten Mal wieder und gucken auch immer zwischendurch Artefilme. Genau. Danke schön. Die Artemediathek. Genau.
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